AUDI NUVOLARI

Audi erlebt derzeit keine einfache Phase. Die Verkaufszahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück, und auch in der Formel 1 verlief der Einstieg bislang durchwachsen. Zwar gelang dem Team bereits im ersten Rennen mit Platz neun ein respektabler Achtungserfolg, weitere nennenswerte Ergebnisse blieben jedoch bisher aus.

Dennoch verweisen die Verantwortlichen immer wieder auf das Engagement in der Königsklasse des Motorsports als Inspirationsquelle für den neuen Audi Nuvolari, der nun als seriennaher Prototyp präsentiert wurde. Ab dem kommenden Jahr soll das exklusive Modell in einer auf lediglich 499 Exemplare limitierten Auflage produziert werden. Sein Plug-in-Hybrid-Antrieb leistet beeindruckende 736 kW (1.001 PS). Der hohe Preis macht deutlich, dass es sich dabei vor allem um ein Prestigeprojekt handelt.

Aufwendige Konstruktion

Technisch basiert der Audi Nuvolari teilweise auf dem Lamborghini Temerario, optisch verfolgt Audi jedoch eine deutlich zurückhaltendere Linie. Anstelle einer klassischen Aluminiumkonstruktion setzt der Hersteller nahezu vollständig auf carbonfaserverstärkten Kunststoff. Das Ziel: ein möglichst geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Torsionssteifigkeit.

Eine derart aufwendige Bauweise ist für Audi neu und aufgrund der hohen Produktionskosten kaum für zukünftige Großserienmodelle geeignet. Der Nuvolari wurde mit großzügigem Budget entwickelt und soll zu einem Preis von rund 590.000 Euro angeboten werden.

Der Sportwagen verfügt über eine aktive Aerodynamik, die laut Audi von der Formel 1 inspiriert wurde. Im Nuvolari geht dieses Konzept jedoch deutlich weiter, als es derzeit in der Königsklasse des Motorsports erlaubt ist.

In der Formel 1 dürfen die Fahrer unter bestimmten Bedingungen den Heckflügel verstellen, um den Luftwiderstand zu reduzieren und dadurch eine höhere Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Beim Audi Nuvolari sind die Möglichkeiten deutlich umfangreicher: Der Fahrer kann selbst entscheiden, in welche der drei verfügbaren Positionen der Heckspoiler gebracht wird, oder die Steuerung automatisch regeln lassen. In diesem Fall passt das System die Stellung des Spoilers je nach Fahrsituation eigenständig an, um Aerodynamik und Fahrleistung optimal auszubalancieren.

Vier Motoren für maximale Performance

An der Vorderachse arbeiten zwei Axialfluss-Elektromotoren mit jeweils 110 kW Leistung. Ein dritter Elektromotor mit ebenfalls 110 kW ist an der Hinterachse zwischen Getriebe und Verbrennungsmotor positioniert. Trotz der elektrischen Unterstützung übernimmt der Benzinmotor den Großteil der Antriebsarbeit.

Zum Einsatz kommt ein aufgeladener V8-Motor mit vier Litern Hubraum, der 588 kW leistet und ein maximales Drehmoment von 730 Nm entwickelt. Besonders bemerkenswert ist die maximale Drehzahl von bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute – ein Wert, der außerhalb des Motorsports nur selten erreicht wird. Eine solche Drehzahl stellt höchste Anforderungen an die Motorentechnik, insbesondere an die Ventilsteuerung und die Belastbarkeit der mechanischen Komponenten.

Bei der Entwicklung des Antriebs standen Effizienz und elektrische Reichweite offensichtlich nicht im Vordergrund. Die schmale Batterie, die mittig im Unterboden untergebracht ist, verfügt über eine Kapazität von 7,3 kWh. Angaben zur Ladeleistung oder zur rein elektrischen Reichweite machte Audi bei der Präsentation des seriennahen Prototyps nicht.

Stattdessen konzentriert sich alles auf die Fahrleistungen: Die Höchstgeschwindigkeit soll bei über 350 km/h liegen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der Nuvolari laut Audi in nur 2,6 Sekunden, während aus dem Stand bereits nach 6,8 Sekunden die Marke von 200 km/h erreicht wird.

Damit übertrifft der Audi Nuvolari seinen technischen Verwandten, den Lamborghini Temerario, sowohl bei der Systemleistung als auch bei den Fahrleistungen leicht. In der Praxis spielt dieser Vorsprung allerdings kaum eine Rolle. Doch genau darum geht es in diesem Segment längst nicht mehr – hier stehen Exklusivität, technische Machbarkeit und emotionale Faszination über jeder Form rationaler Betrachtung.

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