
Man muss kein Designer sein, um die zeitlose Schönheit des Audi TT zu erkennen. Die klare, fast schon bauhausartige Formsprache mit ihren harmonischen Proportionen und der perfekten Balance aus Eleganz und Sportlichkeit begeistert bis heute. Kein Detail wirkt übertrieben, keine Linie unnötig – genau diese schlichte Perfektion machte den TT zu einer Designikone.
Wer jedoch genauer hinsieht, entdeckt auch die Kompromisse der damaligen Großserienfertigung. Genau das störte den niederländischen Brillendesigner Jos Baijens, der sich nach der puristischsten Form des TT sehnte: dem legendären Audi TTS Concept.

Audi präsentierte die Studie Ende 1995 auf der Tokio Motor Show und löste damit derart positive Reaktionen aus, dass die Serienproduktion nur kurze Zeit später beschlossen wurde. Doch bis zum Marktstart des Roadsters im Jahr 1999 verschwanden einige markante Designmerkmale der Studie. Die vergitterten Luftauslässe in den Kotflügeln entfielen ebenso wie die bündige Verdeckabdeckung. Später musste Audi nach mehreren Highspeed-Unfällen sogar einen kleinen Heckspoiler zwischen den Rückleuchten montieren.

Baijens wandte sich deshalb an seinen Landsmann Niels van Roij, einen renommierten Autodesigner und selbst Besitzer eines TT Roadsters der ersten Generation. Dessen Firma Autoforma ist auf exklusive Restomods spezialisiert und nahm sich nun dem ikonischen Sportwagen von Audi-Chefdesigner Peter Schreyer an.

Mit dem TTS Concept als Inspiration erhielt der TT eine zweifarbige Lackierung in Nimbus Grau Perleffekt und mattem Grau – ein typisches Stilmittel vieler Audi-Modelle der 90er-Jahre. Passend dazu wurden klassische Avus-Felgen im Sechsspeichen-Design montiert.

Auch die Karosserie wurde aufwendig überarbeitet. Die Frontschürze erhielt schlankere Lüftungsgitter, während am Heck ein neuer Diffusor mit vollständig integrierten Endrohren zum Einsatz kommt. Der Kofferraumdeckel verzichtet nun vollständig auf den serienmäßigen Spoiler und geht fließend in die neu gestaltete Verdeckabdeckung über. Zusätzlich entfernte Autoforma die Antenne, um den cleanen Roadster-Look weiter zu perfektionieren.

Besonders auffällig sind die Luftauslässe unterhalb der A-Säulen sowie die filigranen Rennspiegel, die direkt an das ursprüngliche TTS Concept erinnern. Nur bei den Türgriffen und der Frontscheibeneinfassung blieb man aus wirtschaftlichen Gründen näher am Serienmodell.
Im Innenraum blieb der Restomod dagegen vergleichsweise zurückhaltend. Das Cockpit orientiert sich weiterhin stark am Original, verzichtet also auf die speziellen Sportsitze oder das kompaktere Lenkrad der Studie. Dennoch harmonieren die braunen Lederflächen mit den markanten Ziernähten perfekt mit dem sportlich-minimalistischen Charakter des Fahrzeugs.

Unter der Haube arbeitet weiterhin der legendäre 1.8-Liter-Turbomotor mit Leistungen zwischen 180 und 224 PS. Wahlweise gibt es Front- oder Allradantrieb. Ergänzt wurde das Gesamtpaket durch eine dezente Tieferlegung und eine breitere Spur.
Das Ergebnis ist eine moderne Hommage an das legendäre TTS Concept von 1995 – und vielleicht die konsequenteste und schönste Interpretation des Audi TT überhaupt.