
Was viele nur als Schrott gesehen hätten, sah Kevin Thomas als Chance.
Vor ihm stand die zerstörte Carbonfaser-Wanne eines ehemaligen Caterham F1 Team-Boliden – genau jenes Chassis, das beim spektakulären Unfall beim 2014 „Hungarian Grand Prix“ schwer beschädigt wurde. Nachdem das Team aufgrund finanzieller Probleme aufgelöst wurde, blieb der Wagen jahrelang vergessen zurück – mit fehlenden Rädern und massiven Schäden an der Fahrzeugstruktur. Schließlich wurde das Wrack von Insolvenzverwaltern versteigert, wo Kevin zuschlug.
Ohne technische Ausbildung und ohne große Werkstatt begann für ihn ein außergewöhnliches Projekt. In einer kleinen Garage verwandelte er die beschädigte Wanne Schritt für Schritt wieder in ein fahrbereites Formel-1-Fahrzeug. Teile beschaffte er über Auktionen, Online-Verkäufe und durch eigene Sonderanfertigungen. Den gesamten Aufbau dokumentierte er auf seinem „Boosted Lifestyle“-Kanal.

Zu Beginn wurde die beschädigte Carbonstruktur vollständig überprüft und verstärkt. Anschließend verbaute Kevin einen hochdrehenden Honda-Motor mit bis zu 11.000 U/min. Danach folgten Differential, Hinterachse, Fahrwerk und zahlreiche maßgefertigte Halterungen, da originale Ersatzteile längst nicht mehr verfügbar waren.

Ein besonderer Moment war der erste Motorstart in der Garage – ein echter Meilenstein des Projekts. Nach und nach entstand daraus ein rollfähiges Chassis mit individuell angefertigten Lenk- und Fahrwerkskomponenten, einem Kettenantrieb sowie einem speziell entwickelten Kraftstoffsystem.

Für den perfekten Formel-1-Sound fertigte Kevin eigene Auspuffanlagen im Stil der originalen F1-Boliden an. Hinzu kam ein Air-Shifter-System, das Gangwechsel ohne Kupplung ermöglicht – genau die Technik, die das Projekt noch authentischer machte.
Schließlich absolvierte der Wagen seine erste Testfahrt auf den Straßen rund um Kevins Heimatort. Laut Kevin fühlte sich das Auto von Beginn an direkt, aggressiv und unglaublich präzise an. Später kamen noch eine komplette Karosserie, ein individueller Frontflügel sowie weitere Aerodynamik-Teile hinzu – einige davon sogar aus dem eigenen 3D-Drucker gefertigt.